Orthopädie und Unfallchirurgie

Das Team der Orthopädischen Gemeinschaftspraxis beschäftigt sich seit Jahren mit der Thematik kurzstationärer Behandlungen komplexer Krankheitsbilder bis hin zum Gelenkersatz (Endoprothetik). Studien aus Skandinavien und den USA haben verdeutlicht, dass durch verbesserte Operationstechniken und konsequente Nachbehandlung aus einer Hand die Qualität der Versorgung, bei gleichzeitiger Senkung der Komplikationsrate, deutlich zugenommen hat.

Neben den meist ambulant durchgeführten endoskopischen Eingriffen an den Gelenken, wie zum Beispiel Arthroskopie zur Meniskussanierung, Bandrekonstruktionen oder Knorpeloperationen, hat sich unsere Praxis auf die Rekonstruktion komplexer Fußdeformitäten spezialisiert. Hier bieten wir ein breites Spektrum an Operationen, welches fast jeder Fußfehlstellung gerecht wird, an.

Bereits seit 1999 steht unseren Patienten die gesamte Bandbreite der operativen und konservativen Behandlung bei Erkrankungen und Verletzungen der Schultergelenke zur Verfügung. Jährlich werden über 120 Schulteroperationen durch Dr. Wuthe in unserer Einrichtung durchgeführt. Zur Anwendung kommen dabei neben minimalinvasiven Operationsverfahren (mini-open) auch endoskopische Techniken.

Seit 2006 versorgen Dr. Decker und Dr. Thoma Patienten mit schweren Arthrosen der Knie- bzw. Hüftgelenke. Nach dem Scheitern der konservativen Therapie erfolgt die Implantation einer entsprechenden Prothese. Jährlich versorgen wir 200 Patienten mit modernsten Endoprothesen. Diese Operationen erfolgen bei unseren Kooperationspartnern mit einem anschließenden kurzstationären Aufenthalt entweder im St. Elisabeth Krankenhaus in Halle oder im Basedow- Klinikum Saalekreis in Merseburg. Die Ergebnisse sind rückblickend sehr gut. Derzeit nehmen wir im Auftrag der IVM plus GmbH - Intelligent Vernetzte Medizin und des isw-Forschungsinstitutes an einer Langzeitstudie zu den prospektiven Ergebnissen der endoprothetischen Versorgung teil.

Behandlungsspektrum
  • Konservative Behandlung im Bereich der Gelenke
  • Vor- und Nachbehandlungen der durchgeführten Operationen
  • Kinderorthopädie
  • Ultraschalldiagnostik/Hüftscreening (bei Neugeborenen)
  • Gelenkchirurgie:
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGel)
  • Galileo-Vibrationstraining (Koordination, Muskelaufbau, effektive Osteoporosetherapie)
  • Pulsierende Magnetfeldtherapie (Knochenheilung, Arthrose, Knorpelregeneration)
  • Scenar Therapie (Bioresonanztherapie, Elektroakkupunktur)
  • Injektion von Knorpelschutzpräparaten
  • Kinesiologisches Tapen (K-Tape)
  • zertifizierte Praxis
Behandlungsschwerpunkte
(Stand Dez. 2013)  
seit Praxisgründung 1999 ca. 16.000 Ops
seit Umzug in Steg 1 ca. 3.900 Ops
durchschnittlich pro Jahr 1.500 Ops
   
Zahlen für 2013  
Hüft- und Knieendoprothesen 191 Ops
Fußoperationen 273 Ops
Arthroskopische Operationen 837 Ops
Schulteroperationen 123 Ops
Kooperationspartner

Gut zu wissen...

Minimalinvasive Endoprothetik

Als Endoprothesen stehen heute verschiedenste Modelle zur Verfügung. Das Design des Implantates und die Auswahl des individuell geeigneten Implantates ist für die Langzeitstabilität des künstlichen Gelenkes ebenso von Bedeutung wie die Operationstechnik, mit der es implantiert wird. Hier gewinnt in den letzen Jahren mehr und mehr so genannte minimalinvasive Technik eine zunehmende Bedeutung. Kosmetisch betrachtet ergibt sich eine Verkürzung des durchgeführten Hautschnittes bei der Implantation. Wesentlicher von Bedeutung jedoch ist, dass bei der Nutzung minimalinvasiver Techniken in der Kniegelenksersatzchirurgie auf eine Traumatisierung der kniegelenksnahen Muskulatur entweder vollständig verzichtet wird bzw. die Traumatisierung im Vergleich zu Standardtechniken deutlich reduziert werden kann. Dies ist insbesondere für die sich unmittelbar an die Operation anschließende Mobilisations- und Rehabilitationsphase des Patienten von Bedeutung.
Es konnte nachgewiesen werden, dass Patienten, welche unter Nutzung eines minimalinvasiven Zugangsweges und einer konsequenten Versorgung und Betreuung aus einer Hand mit einer Totalendoprothese versorgt wurden, bei erheblich erniedrigter Komplikationsrate deutlich schneller und frühzeitiger mobilisiert, rehabilitiert und damit wieder in den Arbeitsprozess bzw. in ihr soziales Umfeld eingegliedert werden als Patienten, die über Standardverfahren versorgt wurden.

Wann wird eine Knieprothese eingebaut?

Es gibt Indikationen, die nachweisen, dass ein Ersatz des Kniegelenkes durch ein künstliches Kniegelenk notwendig werden kann:

  • erhebliche Schmerzen bei Belastung und/oder im Ruhestand, wobei alle konservativen, aber auch möglichen operativen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft wurden
  • unter Umständen damit einhergehende zunehmende Bewegungseinschränkung (insbesondere: Hemmung, das Bein zu strecken)
  • fortgeschrittene Arthrose, deren Behandlung sowohl konservativ als auch operativ-arthroskopisch (durch eine Arthroskopie) keine Besserung erbrachte
  • Achsenfehlstellungen des Beines (O-Beine oder X-Beine), falls eine Umstellungsosteotomie nicht in Betracht gezogen wird. (spezielle bei extremen X- oder O-Beinen ist eine besondere Stabilität erfordert, aus diesem Grund wird in der Regel eine gekoppelte Prothese notwendig)
Behandlungspfad

Die Darstellung des Behandlungsablaufes erfolgt an Beispiel einer Operation der Knietoltalendoprothese (K-TEP). Hierbei versteht man den Ersatz des inneren und äußeren Gelenkanteils mit oder ohne prothetischem Ersatz bzw. Teilersatz der Kniescheibe.

1. Überweisung vom Hausarzt

2. Erstvorstellung in der orthopädischen Praxis

  • nach Indikationsstellung und Ausschluß weiterer konservativer Behandlungsoptionen erfolgt das 1. Aufklärungsgespräch und ein OP-Termin wird festgelegt
  • gleichzeitig wird eine Röntgenaufnahme vom Kniegelenk durchgeführt
  • Abklärung von Komorbiditäten durch den orthopädischen Facharzt
  • erste Einweisung und Übergabe des schriftlichen Behandlungspfades
  • präoperative Leistungen werden vom Hausarzt des Patienten angefordert

3. Zweites Vorgespräch in der orthopädischen Praxis

  • Vorlage der OP-Fähigkeit (aktuelle Laborwerte/ EKG etc.) durch den Patienten
  • ein Röntgenbild „Ganzbeinaufnahme“ zur Op Planung wird durchgeführt
  • im 2. Aufklärungsgespräch, wird Frage nach ambulanter oder stationärer Reha geklärt, sowie die postoperative häusliche Betreuung über Angehörige hinterfragt
  • Narkoseaufklärung durch die Anästhesie
  • ausführliche Besprechung und Einweisung in den Behandlungspfad

4. Aufnahme am OP-Tag

  • die Aufnahme des Patienten am OP-Tag erfolgt nüchtern
  • Durchführung der Operation

5. unmittelbare postoperative Versorgung am OP-Tag

  • erste Wundversorgung, Röntgenkontrolle des Gelenkes
  • Kryotherapie (gezielter Einsatz von Kälte) und Schmerztherapie
  • Drainageüberwachung
  • konsequente Schmerztherapie
  • erster Einsatz der Bewegungsschiene im Sinn der passiven Mobilisation

6. postoperative Versorgung ab Tag 1 nach OP - Frühmobilisierung

  • Tägliche Kontrollvisiten durch den Operateur
  • Krankengymnastik am Bett und Mobilisation auf Station/ Treppe 2x tgl. (operiertes Bein ist prinzipiell sofort voll belastbar)
  • Passive Mobilisation durch die Bewegungssschiene
  • Schmerztherapie und Kryotherapie
  • i. d. R. Entlassung des Patienten am 4. oder 5. Tag nach der Operation
  • Wundkontrolle ca. 8-14 Tage nach OP in der orthopädischen Praxis oder in der Wohnung des Patienten

7. Rehabilitation

  • ab 10.-14. postop. Tag nach der OP erfolgt die Aufnahme des Patienten in die ambulante bzw. stationäre Rehabilitation für mindestens 3-4 Wochen

8. Ambulante Regelkontrolle

  • bis drei Monate postoperativ bzw. Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit in der orthopädischen Praxis mit klinischer Kontrolle und Röntgenkontrolle des Kniegelenks
  • Ziel: spätestens ab diesem Zeitpunkt ohne UA-Stützen laufen

Ergebnis:

  • hohe Versorgungsqualität
  • schnellere Rehabilitation
  • schnellere Genesung
  • enorm niedrige Komplikationsrate
  • dadurch niedrigere Folgekosten
  • hohe Rate an Wiedereintritt in die Arbeitswelt
  • Behandlungsablauf
Ambulante Behandlung

Während der Sprechstunden nehmen sich die Mediziner der Saale-Klinik Halle Zeit für ihre Patienten: die Erhebung des Krankenverlaufs, eine eingehende Untersuchung und eine differenzierte Diagnose sind wichtige Voraussetzungen für die sich anschließende Behandlung. Ist eine Operation notwendig, wird diese ausführlich mit dem Patienten besprochen. Auch die OP-Nachbehandlung findet während der Sprechstunden statt.

Ambulante Operation

Zahlreiche Operationen können an der Saale-Klinik Halle dank moderner Anästhesie- und OP-Verfahren ambulant durchgeführt werden. In der Regel bleiben die Patienten danach noch zwei bis vier Stunden zur Beobachtung in der Klinik. Für weitere 24 Stunden besteht zudem eine Notrufbereitschaft zum behandelnden Arzt. Auf Wunsch organisiert die Klinik den Transport nach Hause sowie zu den Nachsorgeuntersuchungen.

Stationäre Operationen

Einige Operationen machen anschließend einen Aufenthalt in der Klinik notwendig. Die Saale-Klinik Halle verfügt dafür über eine Station mit 13 komfortablen Zimmern. Ist auch während der Nachtstunden die Anwesenheit eines Facharztes notwendig, erfolgen OP und stationäre Aufnahme im Rahmen der „Integrierten Versorgung“ im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara.

Die Besuchszeiten sind individuell und lassen viel Raum für persönliche Kontakte. Der Krankenhausaufenthalt ist darüber hinaus auch gemeinsam mit einer Begleitperson möglich.